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Kapitel 14.2 – Milchglas war gestern

:Der große Scheibentag, Teil zwei

Der große Tag ist gekommen.

7:30 Uhr. Auto wecken. Schlüssel greifen. Ab zu Carglass.

Am Vorabend haben wir bereits alles vorbereitet. Scheiben ins Auto geladen, sorgfältig gestapelt wie rohe Eier.

Zwei Safari-Fenster fürs Dach, zwei Heckfenster, jeweils zwei Seitenscheiben hinten und natürlich die nicht zu übersehende Frontscheibe.

Ein ganzer Glashandel auf Rädern. Wenn jetzt jemand scharf bremst, hört man das Klirren vermutlich bis Flensburg.

Bei Carglass angekommen erst einmal freundliche Begrüßung, dann der finale Check. Welche Scheibe kommt raus, welche rein, was bleibt, was geht. Und genau hier passiert etwas sehr Beruhigendes:
Alle wissen, wovon sie reden.
Kein Rätselraten, kein „wir schauen mal“, kein falsches Knie, das operiert wird. Sondern Struktur. Ordnung. Kompetenz.

Ich frage vorsichtig:
„Wann können wir ihn wieder abholen?“
Alles unter zwei Tagen würde innerlich Jubel auslösen.

„So gegen 16:30 Uhr.“

Bitte was?
Freude. Große Freude.

Der Mann mit dem Kleber

Dann wird uns der Mann vorgestellt, der heute über alles entscheidet. Der Klebemeister. Derjenige, der dafür verantwortlich ist, dass unser Land Rover künftig nicht mehr in dieser leicht melancholischen Milchglasoptik unterwegs ist.

Ein ruhiger Typ. Sehr freundlich. Und mit diesem Blick, den nur Menschen haben, die schon sehr viel Glas gesehen haben. Sehr viel.

Wir laufen gemeinsam ums Auto, gehen jede Scheibe noch einmal durch. Er prüft, wir nicken, alles passt. Noch besser: Es fühlt sich an, als wäre hier wirklich jemand an Bord, der weiß, was er tut.

Geil.

Mit leerer Leine durch den Tag

Dann lassen wir ihn zurück. Den Landy.
Und plötzlich fühlt sich der Schlüsselbund falsch an. Zu leicht. Zu leer. Als würde man mit einer Hundeleine ohne Hund nach Hause gehen.

Jetzt erst mal Agentur. Arbeiten. Termine. Aufgaben. Und zwischendurch immer wieder dieser Blick aufs Handy. Klingelt es? Ist es Carglass?
Nein.
Nein.
Nein.

 

#Am Nachmittag dann endlich die richtige Nummer.

„Hier ist Carglass, euer Auto ist fertig.“

Ich warte innerlich auf das obligatorische „aber…“
Oder auf ein „sowas haben wir tatsächlich noch nie gesehen“.

Kommt nicht.
Gar nichts.

Der Stahlkollege ist einfach fertig.

Wie im Märchen, nur mit Garantie

Wir müssen allerdings gestehen, dass wir es zeitlich nicht mehr schaffen, ihn am selben Tag abzuholen. Baustellen rund um die Agentur, Hamburg halt. Also fragen wir vorsichtig, ob es ein Problem wäre, den Wagen bis zum nächsten Morgen stehen zu lassen.

„Überhaupt kein Problem.“

Es läuft weiter wie im Märchen.

Die Nacht fühlt sich an wie früher, als Kind, am Abend vor Weihnachten. Schlafen geht, aber nur so halb.

Ein neuer Blick auf einen alten Freund

Am nächsten Morgen direkt zu Carglass. Empfang. Lächeln. Abholung des Kollegen vom Bundesgrenzschutz.

Und da steht er.
So, wie er vermutlich ausgeliefert worden wäre, hätte man ihn damals direkt für den zivilen Einsatz gedacht. Gut, über die Farbe kann man diskutieren, aber alles andere sitzt.

Einmal herumgehen. Staunen.
Die Scheiben wirken neu. Klar. Dicht.
Der Wagen sieht plötzlich… fertig aus. Im besten Sinne.

Nebenbei kommt noch der Satz, der hängen bleibt:
„Da habt ihr jetzt erst mal 30 Jahre Ruhe. Dichtigkeit ist garantiert.“

Geht runter wie Öl.

Ehre, wem Ehre gebührt

Wir bedanken uns, ehrlich und ohne Ironie.
Und das muss an dieser Stelle auch mal gesagt werden:
Carglass Hamburg, Stresemannstraße. Mega Laden. Mega Leute. Und ein Endergebnis, das einfach passt.

Zum Beweis gibt’s natürlich Bilder. Nicht irgendwelche, sondern direkt vom Klebemeister selbst geschossen. Bevor jetzt jemand sagt, wir hätten uns das alles ausgedacht.

Jetzt geht’s zurück in die Agentur, der Land Rover darf in die Garage und wir genießen diesen seltenen Zustand:
Ein Projekt, bei dem gerade alles stimmt.

Wir melden uns bald wieder. Die nächsten Ersatzteile warten bereits im Lager. Sie haben sich dort zu einer kleinen Wohngemeinschaft zusammengeschlossen und möchten dringend verbaut werden.

Kapitel 15 - soon

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